Gewächshausisolierung

Ist das Gewächshaus erst einmal richtig temperiert, stellt sich vordergründig die Frage, wie das wohlig warme Klima gehalten werden kann. Hier ist eine gut isolierende und vor allem sorgfältig angebrachte Gewächshausisolierung von essenzieller Bedeutung. Für Hobby-Gärtner ist an dieser Stelle die Luftpolsterfolie, oder auch Noppenfolie genannt, besonders empfehlenswert. Die Folie, die im Normalfall unsere gekauften Waren und Güter schützt, vereint zwei wichtige Faktoren. Sie ist zum größten Teil lichtdurchlässig und zum anderen wirkt sie isolierend, wodurch sie bestens qualifiziert ist, als Gewächshausisolierung eingesetzt zu werden. Die Luftpolsterfolie ist bei den meisten Anbietern als Meterware, mit einer Breite zwischen 1-2 Metern, erhältlich.

Material zur Gewächshausisolierung sollte immer außen am Gewächshaus angebracht werden. Denn wird dieses innen angebracht, wird sich zwangsläufig, aufgrund der Temperaturunterschiede, zwischen Isoliermaterial und Verglasung Kondenswasser bilden, welches bei Temperaturen unter 0°C gefrieren wird und die Scheiben beschädigen kann. Um den ohnehin durch die Isolierung verursachten Lichtverlust so gering wie möglich zu halten, sollte das Gewächshaus zudem, noch vor dem Anbringen der Gewächshausisolierung, von außen penibel gereinigt werden. Für die Gewächshausreinigung gibt es spezielles Equipment und Reinigungsmittel.

Aufgrund der äußeren Wetterverhältnisse ist bei der Fixierung der Folie besondere Obacht geboten.

Die Fixierung der Luftpolsterfolie funktioniert zwar mit den einfachsten Hilfsmitteln wie beispielsweise Klebeband, ideal ist dies jedoch nicht. Abhilfe und Sicherheit bieten speziell für diesen Zweck hergestellte Befestigungssysteme. Hierbei werden die Unterseiten der Folienhalter auf die Scheiben bzw. Profile des Gewächshauses geklebt. Ist der Kleber ausgehärtet, wird die Folie einfach auf die Stifte der Unterseite gedrückt und mit den Arretierungskappen gesichert. Um die Unterseiten auf den Scheiben bzw. den Profilen zu verkleben kann normales glasklares Silikon verwendet werden. Ein solches Befestigungssystem bietet Ihrer Gewächshausisolierung selbst bei Sturm und Niederschlag optimalen Halt.

Um Kältebrücken zwischen den einzelnen Folienbahnen zu vermeiden, kann zum Verbinden spezielles Klebeband käuflich erworben werden, welches UV-stabil ist und zudem eine sehr hohe Klebekraft besitzt.

Um die Temperaturen in der warmen Jahreszeit etwas zu regulieren bietet sich ein Schattiernetz an, welches über das Gewächshaus gespannt bzw gelegt wird und so für niedrigere Temperaturen sorgt.

 

 

Warum isolieren?

Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort – um Ressourcen und natürlich Geld zu sparen. Eine gute Gewächshausisolierung hilft zum einen dabei die Temperatur im Gewächshaus höher zu halten als die Außentemperatur. Zum anderen muss dank einer guten Gewächshausisolierung weniger geheizt werden. Dies wiederum spart Strom, Gas oder Petroleum und schont damit unsere Umwelt und Ihren Geldbeutel.

 

 

Was sollte alles isoliert werden?

Ebenso wie beim Bau eines neuen Hauses, verhält es sich auch bei einem Gewächshaus. Je besser die Gewächshausisolierung und je dichter das Gewächshaus ist, desto besser und länger hält dies die Temperatur.

Generell gilt es erstmal keine offenen Stellen im Gewächshaus zu haben. Also Undichtigkeiten zwischen Profilen, Tür und Profil, Fenster und Profil oder Gewächshaus und Fundament. Diese Kältebrücken gilt es als erste auszumerzen. Wie? Die schnellste und effektivste Methode ist es diese mit Silikon zu schließen. Silikon ist alterungs-, witterungs- und UV-beständig. Es verursacht keine Korrosion und hält auf nahezu jedem Baustoff – perfekt! Kontrollieren Sie das gesamte Gewächshaus und zwar sehr akribisch. Nachlässiges Arbeiten könnte in diesem Fall einiges an Geld kosten. Die Tür und das Fenster können mit neuen Dichtungen oder auch dickeren Dichtungen versehen werden. Die Spalte vermessen, passende Dichtungen bestellen und einsetzen.

Sind alle Undichtigkeiten beseitigt, wird das Gewächshaus mit Luftpolsterfolie verkleidet und zwar jede Fläche und jede noch so kleine Ecke. Präzises Arbeiten ist auch hier wieder sehr wichtig!

 

 

Gewächshausisolierung – womit isolieren?

Die Gewächshausisolierung sollte aus Noppenfolie/Luftpolsterfolie bestehen. Luftpolsterfolie wird verwendet, weil sie gut isoliert, aber auch noch sehr viel Licht durchlässt. Diese Kombination ist perfekt – so genießen die Pflanzen ein wohl temperiertes Klima und bekommen trotzdem genügend Licht.

Natürlich wäre eine Isolierung mit Steinwolle, Glaswolle oder Styropor vom Wärmeleitwert her gesehen besser. Diese Stoffe lassen jedoch keinerlei bis nur sehr wenig Licht durch. Dieses wiederum würde die Pflanzen ebenso niederstrecken wie die Kälte. Mit solch einer Isolierung würde man also nichts gewinnen, nur verlieren – und zwar Geld.

Empfohlen wird eine Luftpolsterfolie mit mindestens 2 Metern Breite und einer Folienstärke von ca. 80µ. Diese Folie ist haltbarer. Die Breite der Folie ist kein wichtiger Faktor, denn auch eine Folie mit 1 Meter Breite kann verwendet werden. Diese Folie schafft lediglich etwas mehr Arbeit beim Anbringen, weil mehr Bahnen gelegt werden müssen.  Es ist nicht sinnvoll, die Folie mit den kleinen Noppen zu kaufen – der größere Luftzwischenraum isoliert besser. Damit die Folie lange hält, sollte beim Kauf auf die UV-Beständigkeit geachtet werden. Wobei nicht jeder Hersteller oder Verkäufer die UV-Beständigkeit angibt. Sollte dies der Fall sein, kann natürlich vorher erfragt werden wie lange die jeweilige Folie UV-beständig ist. Hierbei sollte auf jeden Fall auf die Relation zwischen der Dauer der UV-Beständigkeit und der Höhe des Preises geachtet werden. Wenn die gesamte Folie für ein Gewächshaus mit einer UV-Beständigkeit von 2 Jahren 30 Euro und mit einer UV-Beständigkeit von 5 Jahren 90 Euro kostet, rechnet es sich nicht die teurere Folie zu nehmen. Hier sollte zu der günstigeren Noppenfolie gegriffen werden – ganz klar!

Generell gilt, dass die Isolierung auf die Nutzungsdauer gerechnet weniger kosten sollte als man an Heizkosten einspart.

 

 

Vorteil der Gewächshausisolierung

Der Vorteil der Gewächshausisolierung liegt ganz klar in der Kosteneinsparung, die durch den geringeren Energiebedarf erzielt wird.

 

 

Nachteil der Gewächshausisolierung

Die Luftpolsterfolie ist zwar klar, verändert aber trotzdem die Lichtverhältnisse im Gewächshaus leicht ins Negative.

 

 

Gewächshausisolierung – lohnt es sich?

Ja, es lohnt sich! Zum einen natürlich gegenüber der Umwelt, die dadurch geschont wird, dass weniger Energie verbraucht wird. Zum anderen schont ein gut isoliertes Gewächshaus immens den eigenen Geldbeutel. Geringe Kosten für das Material und ein sich in Grenzen haltender Arbeitsaufwand stehen einem großen Einsparpotential gegenüber.

 

 

Gewächshausisolierung – von außen oder innen isolieren?

Ist die Folie außen angebracht kann sie von starken Windböen losgerissen und beschädigt werden. Dazu kommen der schlechte optische Eindruck und die Witterungsverhältnisse, die der Noppenfolie zusätzlich zur UV-Einstrahlung zusetzen. Die Folie wird außen also keinesfalls so lange halten wie innen! Um diese Probleme zu umgehen sollte die Folie von innen angebracht werden – dort stört sie die Arbeit ebenso wenig.

Viele empfehlen bei kleinen Gewächshäusern die Anbringung der Folie außen auf dem Gewächshaus und bei großen Gewächshäusern die Isolierung von innen. Totaler Nonsens! Die Luftpolsterfolie außen anzubringen bringt nur Nachteile.

 

 

Vorarbeiten um zu isolieren?

Vor Anbringen der Gewächshausisolierung sollte das gesamte Gewächshaus gründlich gereinigt werden – innen und außen! So entsteht kein Lichtverlust durch Verschmutzungen. Spezielles Equipment und Reinigungskonzentrate finden Sie unter – Zubehör – Gewächshausreinigung.

 

 

Die Befestigung der Gewächshausisolierung

 

Klebeband

Die Luftpolsterfolie kann mittels Klebeband auf allen möglichen Materialien und untereinander verklebt werden. Zu beachten ist, dass es kein billiges Klebeband mit einer schlechten Klebekraft sein sollte. Viele Anbieter auf Amazon vertreiben neben den Folien auch das passende Klebeband, dieses ist reißfest und verfügt über eine sehr gute Klebekraft. Dafür ist es aber auch etwas teurer als viele Produkte aus dem Einzelhandel.

 

 

Befestigungssysteme

Diese speziellen Systeme werden ebenfalls von den Verkäufern angeboten die auch die Iso-Folien vertreiben. Die Befestigungshaken werden mit Klebemasse an das Gewächshaus geklebt. Der Kleber wird in Kunststoffkartuschen verkauft, so wie man es von Silikon kennt. Zum Ankleben der Befestigungshaken kann aber auch handelsübliches Silikon genutzt werden. Das spart den ein oder anderen Euro und hält ebenso. Ist die Folie auf den Befestigungshaken gedrückt wird sie mit einem Halter, der auf den Haken gedreht wird, fixiert. Ein simples aber effektives und langlebiges System!

 

 

Lebensdauer der Isolierung

Man muss sich im Klaren darüber sein, dass die Isolierung aus Folie nach einigen Jahren von der UV-Strahlung zerstört wird. Je nach Noppenfolie/Luftpolsterfolie und deren Pflege, beträgt die Haltbarkeit 3 – 6 Jahre. Ein genauer Zeitraum kann nicht bestimmt werden – dies zeigt sich meist erst in der Praxis. Allerdings gibt es viele Hersteller, die eine Art Garantie auf ihr Isolationsmaterial geben – bezogen auf eine gewisse Jahreszahl. Was diese in einem Schadensfall wert ist und ob sie den oftmals höheren Preis rechtfertigt, ist nur sehr schwer zu beurteilen.

 

 

Durchführung der Isolierung

In diesem Beispiel wird das beschriebene Befestigungssystem genutzt. Die Halter müssen je nach Witterung einige Tage zuvor aufgeklebt werden, damit die Befestigungshaken am Tag der Isolierungsarbeit fest am Gewächshaus kleben. Pro 1 m² Luftpolsterfolie werden ungefähr 3-4 Halter benötigt. Türen und Fenster werden erst einmal ausgelassen! Die Folie sollte einige Zentimeter überlappend auf dem Fußboden liegen und nicht auf Bodenhöhe abgeschnitten werden.

Anfangen sollte man mit den Längsseiten des Gewächshauses. Die Bahnen aus Luftpolsterfolie müssen hierbei nicht gestückelt, lediglich einmal in der passenden Länge gekürzt werden. Angefangen auf Bodenhöhe (mit entsprechender Überlappung) einer Seite, arbeitet man sich hoch bis zum Giebel und auf der anderen Seite wieder hinunter. Bei den folgenden Bahnen ist darauf zu achten, dass sich die Bahnen einige Zentimeter überlappen.

Sind die Längsseiten geschafft, geht es an die Stirnseiten. Dort wird genauso vorgegangen wie bei den Längsseiten. Auch hier bitte wieder auf ausreichende Überlappung zu den anderen Folien achten.

Sind alle Wände erfolgreich mit Luftpolsterfolie ausgestattet, können die Stöße verklebt werden.

Für die Türen und Fenster werden mehrere überlappende Folien zugeschnitten und flexibel an den Öffnungen angebracht. Das Ganze sollte, wenn es fertig ist, ähnlich aussehen wie die Eingänge zu Kühlhäusern (herunterhängende Gummilappen).

Fertig – das war es schon!

 

 

Lagerung der Gewächshausisolierung im Sommer

Die Luftpolsterfolie sollte im Dunkeln lagern. Ob in einem Schrank, im Keller oder sonst wo, ist egal – Hauptsache es ist dunkel. Vor dem Einlagern sollte die Noppenfolie auf jeden Fall ordentlich gesäubert werden und trocken sein.

Durch die Lagerung im Dunkeln bekommt die Luftpolsterfolie während der Lagerzeit keine UV-Strahlung ab. Das wirkt sich positiv auf die Lebensdauer aus und ist somit ein sehr wichtiger Faktor.