Gewächshausklima

Das Gewächshaus bietet mit seinem Raum und je nach technischer Ausstattung so gut wie alle Mittel, ein vom Außenklima unabhängiges Gewächshausklima zu erschaffen.

Man differenziert Gewächshaustypen anhand ihrer unterschiedlichen Temperierungen, die wiederum unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten und Funktionen bieten. Daher sollte sich ein potentieller Käufer vor dem Kauf intensiv mit seinen Zielen auseinandersetzen.

Folgende Gewächshaustypen werden nach Ihrer Temperierbarkeit im Winter unterschieden:

 

Gewächshausklima – Das kalte Gewächshaus

Es wird gar nicht oder bis max. +12°C beheizt. Bei diesem Gewächshaustyp wird zwischen zwei Varianten unterschieden, der unbeheizten und der leicht beheizten Variante.

 

Gewächshausklima – Unbeheizte Variante

Die Nutzung dieses Typs ist auf die frostfreien Monate beschränkt. Da sie über keine Heizung verfügt, gefriert es schnell in dieser Ausführung. In der Regel wird die unbeheizte Variante überwiegend für den Kräuter- und Gemüseanbau genutzt.

 

Gewächshausklima – Leicht beheiztes Gewächshaus

Die Nutzung dieses Typs ist im Gegensatz zur unbeheizten Variante nahezu uneingeschränkt möglich. Dadurch, dass die Temperierung eines solchen Gewächshauses mit +2°C bis +12°C, deutlich über der magischen 0°C Grenze liegt, wird diese Ausführung überwiegend für den ganzjährigen Kräuter- und Gemüseanbau verwendet. Ebenfalls eignet es sich gut zum Überwintern von Kakteen, Palmen etc.

 

Gewächshausklima – Das temperierte Gewächshaus

Aufgrund der hohen Temperaturen die zwischen +12°C bis +18°C liegen, ist ein solches Gewächshaus ganzjährig für den Gemüseanbau einsetzbar.

 

Gewächshausklima – Das Warmhaus

Hauptsächlich für die Zucht von speziellen tropischen Pflanzen genutzt, wird diese Ausführung zwischen +18°C bis +24°C oder wärmer beheizt.

Eine Alternative und gern genutzte Option ist das Einteilen des Gewächshauses in verschiedene Temperaturzonen, Diese Einteilung erfolgt durch Vorhänge aus Luftpolsterfolie. Bitte hierfür keine gefärbte Luftpolsterfolie oder gar lichtundurchlässige andere Folienarten nutzen, dies führt zu minderen Lichtverhältnissen. Bei dem Einteilen der einzelnen Temperaturzonen könnte wie folgt vorgegangen werden: Die kälteste Zone auf der sonnenabgewandten Seite, die zweit kälteste Zone auf die sonnenzugewandte Seite und so weiter, bis schließlich zur wärmsten Zone. Diese sollte in der Mitte des Gewächshauses liegen, da hier der Wärmeverlust aufgrund der geringen Außenfläche am geringsten ausfällt.

In Zeiten der steigenden Energiekosten und immer knapper werdenden Ressourcen sollte die Wahl des Klimas gut bedacht werden. Wichtige Tipps zum Thema Gewächshausisolierung finden Sie Wissenswertes – Gewächshausisolierung im WInter!

 

 

Was versteht man unter dem Begriff Gewächshausklima?

Das Gewächshausklima bezieht sich auf die im Gewächshaus vorherrschende Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

 

 

Das Gewächshausklima vollautomatisch steuern?

Mit den richtigen Komponenten ist es möglich das Gewächshausklima zu jeder Jahreszeit vollautomatisch zu steuern. Allerdings ist dies nur mit einem Stromanschluss im Gewächshaus möglich. Eine Gasheizung verfügt zwar oft über eine Frostwächterfunktion, kann aber nicht temperaturgenau gesteuert werden. Ebenso verhält es sich mit einer Petroleumheizung. Demnach muss eine elektrische Gewächshausheizung verwendet werden um die Temperatur vollautomatisch zu steuern. Bezogen auf die Luftfeuchtigkeit ist es auch ohne Stromanschluss möglich diese genauestens zu steuern. Dafür gibt es mittlerweile sehr gute Akku-Geräte. Es muss aber unbedingt ein Akku-Gerät mit integriertem Hygrostat sein. Ein externes kann an diese Geräte nicht angeschlossen werden. Doch wesentlich einfacher ist es, wenn ein Stromanschluss im Gewächshaus vorhanden ist. Im Endeffekt läuft es also immer wieder auf mit Strom betriebene Geräte hinaus. Da Strom jedoch einen immensen Kostenfaktor darstellt, sollte eine Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung niedergeschrieben werden. Denn nur wenn der Nutzen hoch genug ist, macht es auch Sinn. Wobei auch diese Aussage womöglich nicht jeder Nutzer teilen mag.

Um das Gewächshausklima im Sommer punktgenau zu steuern bedarf es auch wieder einer Stromquelle im Gewächshaus. Denn ohne eine Klimaanlage kann die Temperatur in keinem Fall exakt gesteuert werden. Um die Luftfeuchtigkeit zu steuern kann man zwar wieder auf ein Akku-Gerät zurückgreifen, welches über ein Hygrostat verfügt. Doch muss solch ein Akku-Gerät auch immer wieder geladen werden. Zusammenfassend kann man also auch hier wieder schreiben, dass es ohne Stromquelle unmöglich ist das Gewächshausklima im Sommer exakt zu steuern. Es ist lediglich möglich das Klima durch gewisse Dinge zu beeinflussen.

 

Gewächshausklima – Wie steuere ich die Temperatur?

 

Temperatur im Winter

Die Temperatur lässt sich beim Einsatz einer elektrischen Gewächshausheizung mit einem kleinen und günstigen Gerät vollautomatisch steuern. Dieses Digital-Thermostat wird zwischen Netzstecker vom Gerät und Steckdose gesteckt. Es verfügt über einen Temperatursensor, der meist an einem ca. 1 m langen Kabel befestigt ist. Der Temperatursensor sollte dort platziert werden, wo Sie die Temperatur regeln wollen – zwischen den Pflanzen. An dem Gerät wird eine minimale Temperatur und eine maximale Temperatur eingestellt. Nun regelt die elektrische Gewächshausheizung die Temperatur vollautomatisch, ohne Ihr Zutun.

 

Temperatur im Sommer

Rein theoretisch könnte die Temperatur im Sommer über eine Klimaanlage automatisch geregelt werden, doch wäre dies alles andere als wirtschaftlich und fällt daher raus.

Eine andere Möglichkeit die Temperatur automatisch und auf den Punkt genau zu regeln gibt es nicht. Aber es gibt Möglichkeiten die Temperatur automatisch leicht in die gewünschte Richtung zu drängen. Durch gezieltes Lüften! Automatische Fensterheber öffnen und schließen sich bei gewissen Temperaturen. So kann immerhin etwas Einfluss auf die im Gewächshaus vorherrschende Temperatur genommen werden. Des Weiteren kann die Luftumwälzung im Gewächshaus durch einen Ventilator angeregt werden. Empfehlenswert sind Solarlüfter, die an eine kleine Solarzelle angeschlossen werden. Diese verursachen keine laufenden Kosten.

Um die Temperatur im Gewächshaus zu den Sommermonaten allgemein etwas niedriger zu halten sollte ein Sonnenschutznetz über das Gewächshaus gelegt werden. Auch ein Sonnenschutznetz macht im Sommer einen riesigen Unterschied bezüglich der Temperatur aus.

 

Gewächshausklima – Wie steuere ich die Luftfeuchtigkeit?

 

Vollautomatische-Regelung bei zu hoher Luftfeuchtigkeit

Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit gibt es drei Möglichkeiten vorzugehen.

 

Die erste Möglichkeit besteht darin einen elektrischen Luftentfeuchter aufzustellen. Im besten Fall sollte man das Gerät genauestens einstellen können. Kann das Gerät nicht genau eingestellt werden, kann zwischen den Netzstecker des Luftentfeuchters und der Steckdose ein digitaler Luftfeuchtigkeitsregler gesteckt werden. Der Luftentfeuchter kann dann auf die höchste Leistungsstufe gestellt werden. Der Luftfeuchtigkeitsregler unterbindet die Stromzufuhr zum Luftentfeuchter, sobald die eingestellte Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus erreicht ist.

Die zweite Möglichkeit besteht darin mit Substraten zu arbeiten. Sie können im Einzelhandel Luftentfeuchter kaufen, die in der Regel aus einer Schale, einem passenden Deckel, der größtenteils geöffnet ist, und Beuteln, in denen sich das Substrat befindet, bestehen. Das Substrat bindet einen Teil der vorhandenen Feuchtigkeit in der Luft und reguliert so die Luftfeuchtigkeit herunter. Diese Gerätschaften kosten zwar nicht viel, aber der ständige Wechsel des Substrats ist auf Dauer ein recht großer Kostenfaktor. Diese Art von Luftentfeuchter kann sich jeder ziemlich günstig selbst basteln. Man nehme ein kleines Schälchen und fülle dies mit Salz – voila, fertig ist der manuelle Luftentfeuchter! Alternativ zu Salz kann auch Katzenstreu verwendet werden. Je nach Größe des Gewächshauses ist es empfehlenswert mehrere gefüllte Schälchen im Raum zu verteilen.

Die dritte Möglichkeit ist das richtige Lüftungsverhalten. Hierfür muss die Luftfeuchtigkeit außerhalb des Gewächshauses maßgeblich niedriger sein als die im Gewächshaus. Ist dies nicht der Fall wirkt sich das Lüften negativ auf die sowieso zu hohe Luftfeuchtigkeit innerhalb des Gewächshauses aus. Für eine effiziente Lüftung reichen meist 10-15 Minuten aus. Hierfür müssen alle vorhandenen Fenster und Türen komplett geöffnet werden.

 

Manuelle Maßnahmen bei zu hoher Luftfeuchtigkeit

Gießen Sie nur sehr sparsam und zielgerichtet die einzelnen Pflanzen ohne dabei die Blätter zu benetzen. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass sich keine offenen Behältnisse im Raum befinden, die mit Wasser gefüllt sind. Auch das darin befindliche Wasser verdunstet zum Teil und erhöht damit die Luftfeuchtigkeit. 

 

Vollautomatische-Regelung bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit

Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit besteht die Möglichkeit die Luft mit Hilfe eines Luftbefeuchters mit Wasser anzureichern und so die Luftfeuchtigkeit zu steigern. Diese Geräte gibt es in allen möglichen Preisklassen und mit unterschiedlichen Befeuchtungsleistungen. Zudem gibt es neben den üblichen netzgebundenen Geräten auch Akkugeräte, die ortsungebunden eingesetzt werden können. Die Luftbefeuchter können leider nur auf „An“ und „Aus“ gestellt werden, somit ist die punktgenaue Regelung der Luftfeuchtigkeit mit nur diesem Gerät undenkbar. Abhilfe schafft ein Luftfeuchtigkeitsregler, der allerdings nur bei einem netzgebundenen Gerät eingesetzt werden kann. Der Luftfeuchtigkeitsregler wird zwischen den Netzstecker des Geräts und der Steckdose gesteckt. Ist die gewünschte Luftfeuchtigkeit erreicht, unterbindet der Luftfeuchtigkeitsregler die Energiezufuhr. Unterschreitet die im Raum vorhandene Luftfeuchtigkeit die untere vorab eingestellte Grenze, schaltet der Luftfeuchtigkeitsregler die Energiezufuhr frei und der Befeuchter kann seine Arbeit wieder aufnehmen.

 

Manuelle Maßnahmen bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit

Gießen Sie ausreichend und großzügig die gesamte Beetoberfläche. Benetzen Sie auch die Wandflächen und Wege des Gewächshauses. Das Wasser verdunstet und erhöht so die Luftfeuchtigkeit im Raum. Ebenso können auch die Pflanzenblätter, mit Hilfe einer Sprühflasche oder einem Sprühaufsatz für den Wasserschlauch, besprüht werden. Allerdings sollte dies nur in den Morgenstunden geschehen, denn nasse Blätter bieten Pilzkrankheiten eine optimale Basis um zu gedeihen. Spätabends könnten die Blätter eventuell nicht mehr komplett trocknen.

 

Gewächshausklima – Die optimale Temperatur

Ideal ist eine Temperatur unter 30 °C, doch die optimale Temperatur variiert von Pflanze zu Pflanze. Eine allgemeine optimale Temperatur für jedes Gewächshaus gibt es also nicht. So bevorzugen Tomaten andere Temperaturen als Kohl oder Gurken.

 

Werden also verschiedene Pflanzen in einem Gewächshaus angebaut, ist es fast unmöglich auf jede einzelne Pflanze und ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen.

 

 

Gewächshausklima – Die optimale Luftfeuchtigkeit

Eine Luftfeuchtigkeit von 60% ist für die meisten Pflanzen gut. Doch die optimale Luftfeuchtigkeit, ist ebenso wie die Temperatur, von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. So brauchen beispielsweise Gurken eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit von bis zu 85% um optimal zu wachsen. Tomaten, Auberginen und Paprika hingegen mögen es nicht ganz so feucht. Diese Pflanzen bevorzugen für das optimale Wachstum eher eine Luftfeuchtigkeit von 60 – 70%.

Werden also verschiedene Pflanzen in einem Gewächshaus angebaut, ist es fast unmöglich individuell auf jede einzelne Pflanze und ihre Bedürfnisse einzugehen.